Von Sebastian Schulz

Jugendlichen die Graffiti-Kunst vermitteln. Viele denken da an ‚Schmiererei‘ oder sogar Sachbeschädigung. Aber Graffiti ist, in die richtige Bahnen gelenkt, ein durchaus verbreitetes Konzept der künstlerischen Darstellung. Die Verbindung zum öffentlichen Raum ohne Schranken spielt hier eine wichtige Rolle. Denn was in der Öffentlichkeit das Auge erreicht, kann auch mit einer Botschaft versehen werden.

Workshops für Jugendliche sind immer verbunden mit einem Ziel oder einer Aufgabe. Dass es im Fall des Workshops des Katholischen Bildungswerkes Wuppertal / Solingen / Remscheid um Graffiti geht, hat einen einfachen Grund. Dr. Katja Schettler, pädagogische Mitarbeiterin des Bildungswerks, beschreibt es genauer.

Unter den Teilnehmern des Workshops „Heimat-SPUREN“ sind Jugendliche mehrerer Herkunftsländer. Doch egal ob von hier oder vielleicht sogar aus Flüchtlingsgebieten, die Vermittlung gemeinsamer Projekte ist für junge Menschen eine besondere Orientierung.

Damit jedoch keine wilde Ansammlung von Sinnlosigkeiten an die Wände kommt, muss eine grundlegende Basis geschaffen werden, was Graffiti eigentlich ist.

In diesem Fall arbeitete das Bildungswerk mit dem Wuppertaler Künstler Dominik Hebestreit zusammen. Was er sich thematisch bei dem Projekt dachte, wird schnell deutlich.

Das heißt, der Workshop versucht systematisch den Anfänger zum späteren Bild hinzubewegen. Die Konzepte wurden gemeinsam unter Anleitung des Wuppertaler Künstlers erarbeitet. Geschichte, Arten und Formen von Graffiti sollten hier Mittel dazu sein, Jugendliche mit unterschiedlicher Herkunft integrativ an einem Projekt zu beteiligen, das ihnen die Vermittlung einer Botschaft und der Mitgestaltung ermöglicht. Im Endeffekt fehlt dann nur noch der passende Ort.

Die Resultate sind inzwischen in der Bergstraße zu sehen. An dieser Stelle ist Graffiti zwar nicht neu, löst jedoch immer noch geteilte Reaktionen hervor. Der eine fährt oder geht vorbei und lässt eine diffamierende Aussage zurück, der andere sieht Jugendliche, die nicht etwa unkoordiniert eine Wand bemalen, sondern nach einem Konzept ihr eigenes Kunstprojekt vollenden. Und hier liegt der springende Punkt. Die Vielfalt bei den Teilnehmern, genauso wie in der Umsetzung von Graffiti-Konzepten, hat in diesem Fall vor allem einen wichtigen Zweck: gemeinsam den öffentlichen Raum mit gestalten.

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