Die Massenproduktion von Lebensmitteln

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von laura wolf

Die Produktion- und vor allen Dingen die Massenproduktion von Lebensmitteln, ist ein sehr empfindliches Thema. Wir werden täglich damit konfrontiert, ob durch die Medien, Politik oder unsere eigene Entscheidung beim Einkaufen im Supermarkt, ob wir lieber das Bio-Produkt oder die günstigere Alternative kaufen. Es ist ein äußerst vielseitiges Thema, wobei wir jüngst Zeuge eines neuen Lebensmittelskandals werden durften.

Kamal Koushan zeigt anlässlich des Weltveganertags am 03.11. im Café Pegah in Wuppertal-Barmen den Film „Unser täglich Brot“. Das Café Pegah ist der Veranstaltungsort und Kulturtreff des Vereins Pegah-Verein für regionale und globale Kunst und Kultur. Der Verein wurde 1986 in Wuppertal von Deutschen und Migrantinnen und Migranten gegründet und ist eine Begegnungsstätte für Menschen verschiedener Kulturen. Besonders die Förderung von Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung von Jugendlichen und Erwachsenen, Gesundheit und Ernährung sowie der Völkerverständigung stehen im Mittelpunkt des Vereins.

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Es ist ein bedrückender Film, der einen nachdenklich stimmt, und sich auf ungehemmte Weise dem Thema annimmt. Der Einblick in die Herstellung von Lebensmitteln und den Umgang mit Tieren, Gemüse und Obst ist sehr detailliert. Große Lagerhallen oder Gewächshäuser, die an Fabriken erinnern, zerstören das Idyll des Feldes, auf dem Tomaten und Gurken wachsen, oder der Plantage mit abertausenden von Apfelbäumen und den Mitarbeitern, die das Obst und Gemüse von Hand pflücken oder die Kuh melken. Menschen arbeiten zwar in den kalten Hallen, jedoch in Zusammenarbeit mit Maschinen, die den größten Teil der Arbeit übernehmen. Kühe werden mithilfe von Maschinen gefüttert, tote Schweine auf dem Fließband transportiert und die Gurkenpflanzen, die noch nie das Tageslicht gesehen haben, werden von einer Maschine gegossen. Zwischendrin sind die Menschen, die die Maschinen neu justieren, Pflanzenschutzmittel nachfüllen oder die Melkmaschine am Euter der Kuh anbringen, während diese auf dem Band in die nächste Halle transportiert wird.

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Auf einmal sitzen genau diese Mitarbeiter in der Teeküche mit ihrem Brot und essen. Sorgenfrei und unbekümmert unterhalten sie sich, während nebenan Tiere Todesqualen leiden und sich die Freiheit wünschen. Ich frage mich: Wieso? Wieso können sie dort ruhig sitzen und essen? Denken sie beim Einkaufen darüber nach, welche Produkte im Einkaufswagen landen? Konsumieren sie das Fleisch, Obst oder Gemüse, welches unter geschmacklosen Bedingungen verarbeitet wird?

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Erneut werden Hallen gezeigt, die groß sind wie Fußballfelder und wo in kleinen, engen Boxen Ferkel geboren werden und das Muttertier wie tot daneben liegt. Olivenbäume, die mithilfe von Erntemaschinen von ihren Früchten befreit werden und Salz, welches mit riesigen Baggern abgebaut wird. Plötzlich ist das Feld leer, die Gewächshäuser werden von vertrockneten Pflanzen befreit, die Schlachtfabrik gereinigt. Der Kreislauf der Lebensmittelproduktion wird geschlossen. Und ich frage mich: Welche Entscheidung werde ich morgen im Supermarkt treffen?

 

Laura Wolf, 24, studiert im Master Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal.

 

Weiterführende Links:

Café Pegah
Film „Unser täglich Brot“
Zeitungsartikel Massentierhaltung
Zeitungsartikel Trinkwasser
Zeitungsartikel Massentierhaltung

 

 

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