Bildungswerk-Blog

Schlagwort: Mangel (Seite 2 von 3)

Von dem Kontrollverlust über die Sprache

Von Nadine Wichmann

Tomer Gardi und sein Roman Broken German

Da sitzt er, Tomer Gardi, in seinem schwarzen Blouson mit Tiger-Print, mit seinem wilden Haar, dem Bart und seinem breiten Lachen. Nur etwa 30 Leute haben sich in der Buchhandlung v. Mackensen eingefunden, um die Lesung des Romans Broken German zu erleben. Moderiert wird der Abend von Prof. Dr. Matei Chihaia der Universität Wuppertal. Er eröffnet ihn mit der Ankündigung, dass dieser Abend dazu da sei, um das Buch UND den Autor kennenzulernen.

So richtig klappt das letzten Endes aber noch nicht.

Das Buch, ein experimenteller Roman, oder vielmehr eine Sammlung von Kurzgeschichten, die miteinander verknüpft sind, ist ein Krisenroman. Es geht um den jungen Immigranten Radili Lesen Sie weiter

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Heimat nirgendwo. »Die Welt von gestern«

Von Katja schettler

Zum 75. Todestag von Stefan Zweig

Foto: Olaf Schettler

Stefan Zweig war Kosmopolit und überzeugter Europäer. Geboren 1881 in Wien zählt er zu der Generation, die in einem Leben mehrfach radikale Umbrüche erfährt – oder wie Stefan Zweig in »Die Welt von gestern« formuliert: »vulkanische Erschütterungen« prägten sein Leben. Einer dieser Umbrüche und Erschütterungen ist der Verlust der Heimat, der Heimat in der deutschen Sprache und der europäischen Kultur. Dieser Verlust ist für ihn unwiderruflich. 1942 scheidet er gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lotte im Exil in Brasilien aus dem Leben. Lesen Sie weiter

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Superhelden

Von Katia Marcucci

Was heißt hier heldenhaft?

Foto: Gregor Eisenmann

Jeder kennt und liebt sie. Sie haben unfassbare Kräfte, retten Menschen und sorgen, mit ihrer Tapferkeit und Nächstenliebe, für den Glauben an die Gerechtigkeit. Silvia Munzón López und Marco Wohlwend greifen in ihrer Lesung „Heldenhaft angerührt“, im alten Bahnhofswartesaal Mirke, des heutigen Kunst- und Kulturbrennpunktes Utopiastadt, die Eigenschaften der Superhelden auf und zeigen anhand einiger Texte und Geschichten, wie auch ganz normale Menschen zu Heldentaten in der Lage sind. Lesen Sie weiter

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Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?

Von Nadine Wichmann

Hanya Yanagihara und der unendliche Schmerz

© 2017 Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag München

Täglich geschehen irgendwo auf der Welt traumatisierende Dinge. Krieg und Flucht sind heutzutage offensichtliche Gründe, doch es gibt immer noch genügend Menschen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch werden. Laut WHO-Statistik leidet allein in Europa jeder 15. an schweren Depressionen. 18 Millionen Kinder wurden sexuell missbraucht, 44 Millionen Kinder körperlich misshandelt.

Was das für das eigene Seelenheil bedeutet, lässt sich als Nichtbetroffener nicht einmal annähernd erahnen. Depressionen, Verdrängung, Selbstzerstörung – der unerträgliche Wunsch, seinem Leiden endlich ein Ende zu setzen. Dies alles existiert, aber oftmals wird darüber geschwiegen. Es sind noch immer Tabuthemen, auch in unserer heutigen liberalen Gesellschaft. Doch in Kunst, Film und Literatur finden sie einen Ort, an dem sie die Menschen erreichen können. Betroffene, die sich verstanden fühlen, die sehen, dass sie nicht allein sind. Menschen Lesen Sie weiter

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Die Unmöglichkeit des Erwachsenwerdens

Von Katia Marcucci

Ist der Prozess der Reife nur beim Käse oder auch beim Menschen erkennbar und wie sieht es mit dem Verfall aus? Diese und weitere Fragen greifen der Literaturkritiker Denis Scheck und die Ärztin Dr. Eva Gritzmann während der Lesung auf humorvolle Weise auf. Dabei beziehen sie sich auf ihr, im Jahr 2015 erschienenes, gemeinsames Werk „Solons Vermächtnis“ (Berlin Verlag 2015) und lassen die Zuhörer an einigen Textpassagen teilhaben. Lesen Sie weiter

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Die Nürnberger Prozesse

Von Sebastian Schulz

Die Aufarbeitung läuft

Sowohl die Nürnberger Prozesse als auch die Nachfolgeprozesse sind eine tiefe Auseinandersetzung mit einem verbrecherischen Teil der deutschen Vergangenheit. Doch die tatsächliche Aufarbeitung gerade in der Justiz ist noch eher jung. Professor Dr. Norbert Frei von der Universität Jena legte im Zuge einer Veranstaltungsreihe zu den Nürnberger Prozessen in Wuppertal eine umfangreiche Übersicht über Daten und Ergebnisse der Prozesse vor. Lesen Sie weiter

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Durch die Wand

Von Sebastian Schulz

Die Juristin Nizaqete Bislimi beschreibt in ihrem Buch „Durch die Wand“ ihre Erfahrungen zur Flucht aus dem Kosovo und den Neuanfang in Deutschland. In der am 19. September stattgefundenen Lesung sollte mit begleitenden Erklärungen der Autorin der Weg beschrieben werden, den ein junges Mädchen als Angehörige einer Minderheit in der neuen Heimat begann. Es sind Ausschnitte aus ihrem Buch, die Nizaqete Bislimi vorliest. Beginnend mit frühen Jugenderfahrungen Lesen Sie weiter

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Leben auf Augenhöhe – Nizaqete Bislimi

Von Katja Schettler

Ein widersprüchliches Land

„Ich habe es nicht mithilfe des deutschen Staates geschafft, sondern durch meine eigene Kraft. Und doch weiß ich: Was ich heute hier habe, hätte ich im Kosovo niemals erreicht.“ Diese Feststellung von Nizaqete Bislimi in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt vom 6. Oktober 2015 ist in Hinblick auf das Selbstverständnis der Deutschen als eine Gesellschaft, die Integration fordern und fördern will, ernüchternd. Oder zugespitzt formuliert: Um in Deutschland anzukommen, sich sowohl beruflich als auch privat eine Existenz aufzubauen, sollte man nicht zu der Gruppe von Menschen gehören, die in öffentlichen bis populistisch geführten Debatten als „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „Armutsmigranten“ bezeichnet werden. Diese Feststellung von Nizaqete Bislimi ist auch dahingehend ernüchternd Lesen Sie weiter

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Ein Dorf erinnert sich an Opa Jurek

Von Lara Ehlis

Foto: Literatur Biennale Wuppertal

In die behagliche Enge der Viertelbar haben sich die Zuhörer am Abend des 1. Juni vor dem Regen zurückgezogen, um Matthias Nawrat zu lauschen. Kurz vor Beginn der Lesung wird es so voll, dass noch einzelne Stühle in den Raum getragen werden. Im Rahmen der dritten „Wuppertaler Literatur Biennale“ und „Literatur im Viertel“ wird der Autor sich – unter dem Motto „Utopie Heimat“ – mit dem Journalisten und Redakteur Ulrich Hufen unterhalten und Einblicke in sein neues Werk gewähren. Lesen Sie weiter

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„Wir morden nicht. Das machen nur Ausländer!“

Von Sebastian Schulz

Die Silvesternacht wirft ihre Schatten. Flüchtlinge gelten inzwischen für viele Menschen in Deutschland als kriminell veranlagt. Doch woher stammt dieses Stigma und wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Übergriffe, Diebstahl und Einbrüche. Seit der Kölner Silvesternacht gibt es eine ganze Fülle von Delikten, die man Flüchtlingen und auch schlicht Ausländern andichtet. Doch diese Art von schnellen Urteilen gibt es nicht erst seit den Vorfällen in Köln zu Anfang des Jahres. Das Thema hat durch Köln und auch die Vorfälle in Stuttgart und Hamburg einen enormen Aufschwung erhalten. Gerade den national ausgerichteten Gruppierungen spielt das in die Hände. Aber gibt es eine erhöhte Kriminalitätsrate unter Flüchtlingen und Asylanten? Lesen Sie weiter

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